Nach langer Kinderpause, stieg ich 2001 wieder in´s Berufsleben ein und arbeitete  in der Kinderhämatologischen Ambulanz, als medizinische Fachangestellte, im UKE in Hamburg Eppendorf

Ich war zuständig für die Patientenaufnahme und den Abrechnungsbereich. Aus dieser Zeit ist mir ganz besonders die Begegnung mit Louise im Gedächtnis geblieben.

 

Louise stand eines Morgens vor mir und begrüßte die „Neue“, mit einem kecken Blick unter ihrem Strohhut, mit einem „NAAA“! Ich antwortete: „ NAAAA“! So ging es eine Weile hin – und her, bis Louise dann fragte: „ Wie heißt du“. „Marita Hoyer“ antwortete ich. Louise war ein Mädchen mit Morbus Down Syndrom und hatte Leukämie. Sie malte sehr gern und ich gab ihr von diesem Zeitpunkt an immer die Malutensilien persönlich, indem ich zur ihr ging und sie ihr in die Hand drückte. Ich wurde immer von Louise mit Hallo Frau Hoy, Louise ist da begrüßt. Uns verband bald eine tiefe Freundschaft. Louise ist leider an ihrer Krankheit verstorben.

 

Etwas später engagierte ich mich ehrenamtlich in einem Kinderhospiz über 4 Jahre, Dort begleitete ich Sarah, ein 17 jähriges Mädchen aus der Kinderonkologie im UKE, bis zum Schluss. Noch heute bin ich mit der Mutter freundschaftlich verbunden.

Für meine berufliche Laufbahn absolvierte ich noch ein berufsbegleitendes Studium zur Betriebswirtin im Gesundheitswesen.

Das motivierte mich zusehends, sonst hätte ich es wohl nicht geschafft, zusätzlich neben der Arbeit im UKE und als Mutter von 4 Kindern. Mein Mann unterstütze mich in dieser Zeit sehr.

Grundsteinlegung des Familienhafens war meine Abschlussarbeit/ Hausarbeit. Eine Bedarfsanalyse für eine Kurzzeitpflegeeinrichtung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Raum Hamburg.

Das Ergebnis: Gerade alleinerziehende Mütter hatten kaum Gelegenheit dieses in Anspruch zu nehmen. Es bedeutete für sie in dieser Zeit einen hohen finanziellen Verlust.

 

Zusammen mit meinem Mann besprachen ich dann wie wir den Familien in Hamburg unbürokratisch und mit möglichst wenig finanziellem Aufwand, helfen könnten.

Ich setzte mich mit dem deutschen Kinderhospizverein in Verbindung und besprach mit dem Vorstand mein Vorhaben. Sie begrüßten das Vorhaben sehr und das Konzept stand. Daraufhin gründeten wir den Verein „Familienhafen e.V.“  einen ambulanten Kinderhospizdienst für Hamburg.

Gleichzeitig bewarben wir uns bei „Startsocial – Hilfe für Helfer“ und gewannen  ein Stipendiat, d.h. wir bekamen einen Fundraiser und Coach an die Seite, der mit uns noch einmal, mit Feinschliff, durch das Konzept ging.

Hamburg - Ottensen

Familienhafen

Ambulanter Kinderhospiz

Liebling weil:

Angebot

Freundlichkeit

Kompetenz

Highlight:

"Gemeinsam tragen - bis zuletzt und darüber hinaus", lautet das Motto des Teams um Marita Hoyer, das Eltern und Geschwister im Großraum Hamburg in ihrem Alltag individuell unterstützt.

Schlagwörter:

Soziales

Vorstellig wurden wir damit auch im UKE in der Kinderklinik und der Onkologie. Das so ein Projekt auf große Resonanz stoßen würde bekamen wir dann gleich mit auf den Weg. Spontan wurden uns von den ärztlichen Kollegen gleich Familien ans Herz gelegt,  die gerade so einen Dienst benötigen würden.

 

Wir kamen unter die 25 besten Projekte. Ziemlich zeitgleich gaben wir eine Veranstaltung für die Öffentlichkeit und luden Presse und Lokalzeitungen dafür ein.

 

Das Hamburger Abendblatt brachte daraufhin einen großen Artikel über den Familienhafen, die Gründung und das Konzept, auf der Seite von Mensch zu Mensch und „Kinder helfen Kinder“, damals noch mit Frau Renate Schneider, gab uns eine Anschubfinanzierung von 20.000 Euro. Was für eine Freude. So konnten wir loslegen.

"Ohne das ehrenamtliche Engagement würden wir diese Arbeit nicht machen können"

Suche nach ehrenamtlichen Mitarbeitern, Räume für den Schulungskurs, Dozenten zu bestimmten Themen in der Kinderhospizarbeit:  Es war sehr aufregend und neu alles, aber wir lernten so viele tolle Menschen kennen, die uns unterstützten und das ist bis heute so geblieben. Ohne das ehrenamtliche Engagement würden wir diese Arbeit nicht machen können, aber auch ohne die hauptamtlichen Mitarbeiter, die das ganze Drumherum, den Kontakt zum Netzwerk, Schulungen, Familienkontakte etc organisieren, würde diese Arbeit nicht funktionieren.

 

Eine besondere Auszeichnung und Freude für mich war, die Auszeichnung zur Hamburgerin des Jahres 2014, für mein soziales Engagement. Diese Auszeichnung habe ich sehr gern, auch stellvertretend für mein Team und allen voran meinem 2011 verstorbenen Mann Hubert, entgegengenommen.

 

Für die Zukunft wünsche ich mir für den Familienhafen, dass wir mehr Menschen begeistern können, sich ehrenamtlich in den Familien zu engagieren, mehr Spender und Förderer zu bekommen, da unser Projekt zu 80% Spendenfinanziert ist, einen eigenen Charity Shop und größere Räumlichkeiten.

 

Wer gern mehr über unsere Arbeit erfahren möchte, kann sich einen ersten Eindruck über www.familienhafen.de verschaffen, oder auch gern persönlich mit uns in Kontakt treten. Wir freuen uns über jede Unterstützung.

Adresse:

Nernstweg 20a

22765 Hamburg

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Text: Jörg Ristau / Fotos: Hamburgs Lieblinge / Video: Hamburgs Lieblinge

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